Donnerstag, 6. August 2015

Soylent - 7 Tage im Selbstversuch ...

… ein Stück mehr Kontrolle und Transparenz über mich und meinen Körper erhoffte ich mir mit einem Selbstversuch der elementaren Art. Müdigkeit und Kopfschmerzen, deren Ursache ich bislang dem Los der Erwerbsarbeit zuschrieb, wollten auch im Urlaub nicht verschwinden. Dazu dieses gelegentliche Kribbeln in den Armen - ein Zeichen fortschreitenden Alterns?

Eine mögliche Erklärung könnte sich auch in mangelhafter Ernährung finden. Nicht, dass ich mich aufs Kochen nicht verstünde oder die Ästhetik hochwertigen Essens nicht zu schätzen wüste; der überwiegende Anteil ausgewogener Gerichte in Art und Umfang kommen im Alltag eben zu kurz. Wäre es nicht toll, wenn diese vernachlässigten Mahlzeiten wenigstens dem Anspruch an eine ausgewogene Ernährung im Sinne eines Treibstoffs für den Körper genügten?

Wie zufällig hörte ich im Podcast WRINT unter dem Titel "WR438 Soylent Frank“ über die Vorzüge eines minimalistischen Shakes, welcher gemäß EU Norm alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine, Spurenelemente etc. enthält und der gemäß persönlicher Bedürfnisse angepasst werden kann. Dieser kann sowohl selbst zubereitet, mittlerweile aber auch fertig im Internet bestellt werden. Da es sich um keine Diät handelt, können Mahlzeiten jederzeit auch durch normales Essen ersetzt und, insbesondere im Hinblick auf die soziale Dimension, eben auch durch Pizza, Burger & Bier! Eben eine Default-Ernährung, welche die Bezeichnung Nahrung verdient.

Ich nutzte für meinen Versuch ein fertiges Produkt von actibest, verteilt auf 4 Mahlzeiten, welches ich am Vortag in Joghurtgläser mit Schraubdeckel aufteilte. Ein Aufgießen mit Wasser und kräftiges Schütteln reichen, zum besseren shaken habe ich mir noch die „Mixing Balls“ auf Amazon geklickt, welche ich einfach mit auf die Gläser verteile.

2015-08-02 10.51.35

Ganz wichtig ist natürlich auch die Frage des Geschmacks. Kurz gesagt: mir schmeckt es richtig gut, wie eben ein Shake, leicht malzig aber nicht so süß wie ein gewöhnlicher Milchshake. Nach einer Woche der Zubereitung mit Wasser habe ich heute auch den Mix mit Milch getestet, welcher einfach umwerfend schmeckt. Viel wichtiger ist aber, dass mein Körper mir niemals Heißhunger signalisierte. Weder ein Bäcker noch gesottene Wegnahrung konnten mich in ihren Bann ziehen. Ich habe gelegentlich einen Apfel oder eine saure Gurke gegessen, überwiegend Wasser, Tee, Kaffee oder auch Saft getrunken. Der Test wurde einmal für ein BBQ mit Kollegen unterbrochen.

Bereits nach wenigen Tagen fühlte ich mich wacher, voller Energie und irgendwie gut. Mein Gewicht habe ich mangels Waage nicht kontrolliert. Aber das war mir für die Woche auch nicht so wichtig. Sollte ich langfristig umsteigen, würde ich mich ärztlich checken lassen. Mangels Erfahrungen sind auch Magen-Darm-Flora, Kaumuskulatur und andere Aspekte der Ernährung Kritikpunkte - wobei eine kombinierte Ernährung aus Soylent und konventionellen Mahlzeiten risikolos scheint.

Fazit: Einfach ausprobieren, für mich funktioniert’s!